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Herpes - Prophylaxe

Die Folgen einer Herpeserkrankung können für Dich als Reiter oder Züchter von schwerwiegender Bedeutung sein. In vielen Studien konnte bisher die Wirksamkeit sowie der Schutz einer Bestandsimpfung gegen EHV nachgewiesen werden, doch aktuell werden nur 30-50 % aller Pferde gegen Herpes geimpft.

Eine sogenannte Herdenimmunität gegen Herpes ist daher nicht gegebenen. Wenn Du und Deine Stallkollegen Eure Pferde regelmäßig impfen lasst, können die Virusausscheidungen um bis zu 90 % gesenkt werden. Die frei zirkulierende Virusmenge kann in geimpften Beständen somit auf 10 % gesenkt werden, was die Zahl der Neuinfektionen erfolgreich reduziert und möglicherweise sogar Infektionsketten unterbricht.

DiecStändigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet.) empfiehlt Dir, Dein Pferd bzw. den gesamten Bestand regelmäßig gegen EHV impfen zu lassen.

Mit einer Schutzimpfung kannst Du jedoch Dein Pferd nicht 100-prozentig vor einer Herpesvirusinfektion schützen. Zusätzlich solltest Du beachten, dass die Immunität Deines Pferdes nur von kurzer Dauer ist, sodass ein kurzer Impfintervall von nur sechs Monaten für das equine Herpesvirus erforderlich ist.

Wenn Du diesen Impfintervall Impfintervall
Empfohlener Abstand zwischen zwei Impfungen gegen den selben Erreger, um einen wirksamen Impfschutz aufrecht zu erhalten.
nicht einhalten kannst, kann dies zu einer immunologischen Lücke Immunologischen Lücke
Zeitintervall zwischen maternalem Schutz und Impfschutz. Der Organismus verfügt währenddessen noch über eine Restmenge materialer Antikörper, die aber mehr schützen, gleichzeitig aber auch die Ausbildung einer Impfimmunität verhindern.
führen und großangelegte Impfprogramme gefährden oder sogar scheitern lassen.

Wir empfehlen Dir eine regelmäßige Impfung Deines Pferdes, um einerseits die Leiden der Tiere und andererseits ökonomische Verluste zu reduzieren. Aufgrund der zunehmenden internationalen Pferdebewegungen ist ein Anstieg der Häufigkeit von Infektionskrankheiten zu beobachten. Impfungen erweisen sich daher als Methode der Wahl, um solche Erkrankungen effektiv zu kontrollieren.

Für die aktive Immunisierung von Pferden gegen das equine Herpesvirus stehen Deinem Tierarzt derzeit ein Lebendimpfstoff Lebendimpfstoff
Impfstoff aus vermehrungsfähigen, jedoch abgeschwächten Keimen.
gegen EHV 1 sowie Totvakzine Totimpfstoff
Impfstoff, der aus abgetöteten Krankheitserregern besteht.
gegen EHV1 und EHV4 zur Verfügung.

Wenn Du ein Fohlen hast, so ist Dein Fohlen durch die Aufnahme maternaler Antikörper (Passive Immunisierung) über das Kolostrum in den ersten Lebenswochen geschützt, wenn die Mutter ausreichend schutzgeimpft wurde. Dein Fohlen kann in einem Alter von fünf Monaten zum ersten Mal gegen Herpes geimpft werden. Wenn Du Dein Fohlen zu früh impfen lässt und seine Mutter regelmäßig schutzgeimpft wird, kann diese aktive Immunisierung zur Folge haben, dass nicht der gewünschte Immunstimulus aufgrund der Interferenz zwischen Impfstoff und Antikörpern stattfindet. Wenn Dein Fohlen noch materiale Antikörper zum Zeitpunkt der aktiven Immunisierung besitzt, kann es zu einem Abfangen der Antigene durch Antikörper Antikörper
Serumproteine, die aufgrund ihrer elektrophoretischen Eigenschaften zu den Gamma-Globulinen (Ig) gezählt werden, häufig aber als Immunglobuline bezeichnet werden. Es gibt fünf Hauptarten: IgG, IgM, IgA, IgD, IgE und speziesspezifische Unterklassen (z.B. IgG1). Sie werden auf einen immunogenen Reiz hin gebildet und reagieren spezifisch mit dem Antigen, das ihre Bildung indiziert hat.
kommen, ohne, dass es zu einer Immunantwort mit erneuter Ausbildung von Gedächtniszellen kommt. Das bedeutet wiederum, dass Dein Fohlen dann keinen ausreichenden Impfschutz Impfschutz
Durch Impfung erzeugte Fähigkeit des Körpers, sich gegen einen bestimmten Krankheitserreger wehren zu können.
ausbildet.